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Oldenburg. Die Huntestadt befindet sich auf einen Parallelschritt zur gesamten Bundesrepublik. „Der Arbeitsmarkt atmet mit der Wirtschaft“, floskelt Berndt Wozniak, Chef der Oldenburger Arbeitsagentur, und stellt die aktuelle Arbeitsmarktsituation dar. Wie in ganz Deutschland können sich auch die Zahlen im Bezirk durchaus sehen lassen. Für Dezember ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr mit 7,2 Prozent konnte eine deutliche Senkung erfolgen. Gemessen am Vormonat November stieg jahreszeitbedingt die Arbeitslosenzahl um 423 Arbeitslose auf insgesamt 19.384. „Auch dieser Sprung fällt deutlich geringer aus als im Vorjahr“, erklärt Berndt Wozniak. Jenes läge vor allem am milderen Wetter in diesem Winter. Derzeit zählt die Arbeitsagentur 181.500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Hier ergibt sich ein Zuwachs von 5300 gegenüber 2010. Geringfügig Beschäftigte stiegen ebenso um 1200 auf nunmehr 60.000 Menschen. Darunter fallen meist 25- bis 49-jährige Frauen, die einen Nebenjob aufgenommen haben.
Die Unterbeschäftigung im Bezirk der Arbeitsagentur Oldenburg nimmt in diesem Zuge ab. Es konnten rund 3000 weniger Unterbeschäftigte als im Vorjahr verzeichnet werden. „Der Bezirk hat sich wirklich gut entwickelt“, zeigt sich Berndt Wozniak sehr zufrieden. Insbesondere junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren haben von der Entwicklung profitiert. In diesem Segment fand zudem auch viel Arbeit seitens der Agentur statt, wie zum Beispiel das Engagement des Jobcenters.
„Wir haben immer noch eine hohe Zahl von offenen Stellen“, berichtet der Chef der Arbeitsagentur. Im Bestand befinden sich momentan 3027 sozialversicherungspflichtige Angebote - 2900 Stellen wären sofort zu besetzen. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe, Bau, Handel, Verkehr, Logistik und Gesundheitswesen, suchen nach geeigneten Arbeitern. „Fachkräfte werden zum Knappheitsindikator“, weiß Berndt Wozniak und sieht hier das Angebot-Nachfrage Prinzip greifen. Deutlich macht er es an einem kürzlich geführten Gespräch mit einer Personalleiterin, die einen Elektroingenieur sucht. Sie müsse, um eine geeignete Fachkraft in die Region zu holen, dem Angestellten rund 30 Prozent mehr Lohn zahlen. „Die Stadt Oldenburg ist der Motor der Region“, fasst Berndt Wozniak zusammen. In der Huntestadt haben sich die Zahlen hervorragend entwickelt. Ein Blick in die umliegenden Gebiete zeigt, dass insbesondere in der Wesermarsch und Delmenhorst noch in einigen Bereichen dringender Handlungsbedarf besteht. So ist die Frauenbeschäftigungsquote im Landkreis Wesermarsch deutlich unter dem Durchschnitt, und auch die Bildungsstruktur lässt zu wünschen übrig.
Einen Ausblick auf das kommende Jahr gibt der Arbeitsmarktmonitor. Berndt Wozniak ist zuversichtlich, dass die positiven Zahlen zumindestens gehalten, wenn so gar verbessert werden können. Oldenburg hätte den großen Vorteil, dass Branchen, die meist unter konjunkturellen Schwankungen leiden, nicht so stark vertreten sind, wie im Bundesdurchschnitt. „Das verarbeitende Gewerbe hat hier nicht die hohe Stellung wie in ganz Deutschland“, weiß der Chef der Arbeitsagentur. Dafür ständen aber Handel, Instandhaltung und das Gesundheits- und Sozialwesen an oberster Stelle. Jene seien von Wirtschaftseinflüssen nicht so betroffen.
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