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Region. „Wollen wir eben schnell eine rauchen gehen?“ Dieser Satz schallt tagtäglich durch die Büroräume und Arbeitsplätze in Deutschland. Meist in Gruppen verlassen dann die Angestellten das Gebäude, um draußen ihrer Sucht oder Leidenschaft zu frönen. Nur wenige haben den Luxus, einen Raucherraum in Anspruch zu nehmen. Doch mit den Raucherpausen könnte bald Schluss sein. Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), schätzt, dass rund 20 bis 30 Minuten jeden Tag dem Arbeitgeber an Arbeitskraft eines Rauchers verloren ginge. Der Vorschlag ist simpel und einfach: Raucher müssen die Zeit einfach hinten dran hängen. Denn die Pausen kosten den Betrieben bares Geld. Eine Studie der Universität Hamburg zeigt, dass deutschen Unternehmen die Raucherpausen jährlich 28 Milliarden Euro kosten. Eine immense Summe, die zu vermeiden wäre.
In einigen Betrieben müssen sich Raucher für ihren Glimmstängel extra ausstempeln. Somit ginge keine Arbeitszeit verloren. Doch in vielen Büros sieht die Realität anders aus. Die fünf Minuten Raucherpause arten hin und wieder zu längeren Gesprächen aus. Zudem benötigt der Mitarbeiter aufgrund seiner Ablenkung wieder einige Zeit, um sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. So schätzen Experten teilweise sogar auf bis zu eine Stunde am Tag, die verloren ginge.
Die Wirtschaftsverbände des Mittelstands in Deutschland setzen sich aktuell für ein Rauchverbot am Arbeitsplatz ein. Vorreiter sind bereits die Stadtwerke Köln. Nur in der Frühstücks- und Mittagspause haben die Mitarbeiter in der Domstadt die Möglichkeit, eine Zigarette zu rauchen.
Die Raucher gehen natürlich auf die Barrikaden und bestehen auf ihr Recht. Doch gesetzlich gesehen gibt es keines. Der deutsche Gesetzgeber sagt deutlich, dass es kein Recht auf Raucherpausen und auf einen Raucherraum gibt. So entschied auch das Oberverwaltungsgericht in Münster. Nach der Arbeitsstättenverordnung steht jedem Mitarbeiter ein rauchfreier Arbeitsplatz zu. Wenn alle Angestellten und der Chef damit einverstanden ist, darf geraucht werden. Doch erhebt nur eine Person Einspruch, tritt sofort das Nichtraucherschutzgesetz in Kraft und es ist Schluss mit dem Gequarze. Maßgebliche Entscheidungsgewalt hat natürlich der Arbeitgeber. Wenn er das Rauchen am Arbeitsplatz verbietet und auch keine Raucherpausen zulässt, dann muss sich jeder Mitarbeiter an die Verordnung halten. Sogar, wenn die Angestellten sich darauf einigen, ihre Auszeit aus der Bezahlung heraus zu nehmen, der Arbeitgeber darf sogar unbezahlte Raucherpausen verbieten. Wer sich an die Regelung nicht hält, spielt mit seinem Arbeitsplatz. Zwar erfolgen zunächst Abmahnungen, doch wenn der Raucher nicht belehrbar ist und weiterhin den Anweisungen nicht Folge leistet, kann er fristlos gekündigt werden. Eine Klage am Arbeitsgericht hat da wenig Sinn, da die Richter hier mittlerweile eine deutliche Sprache sprechen. Im Grunde handelt es sich um Arbeitszeitbetrug, was auch aus anderen Gründen eine sofortige Kündigung mit sich zieht.
Es bleibt ein Gesellschaftsproblem. Die Nichtraucher werden immer stärker und lassen sich mittlerweile immer weniger gefallen. Vorurteile und falsche Informationen schüren den Konflikt an. Raucher sollten auf jeden Fall immer Rücksicht nehmen und eine Konfrontation aus dem Wege gehen. Insbesondere bezogen auf die Rechtslage müssen Raucher auch in Zukunft damit rechnen, dass sie es schwerer haben werden. Zwar benötigt die EU sicherlich noch einige Zeit, um eine passende Gesetzesverordnung in Bezug auf Raucherpausen zu formulieren, doch damit zu rechnen ist allemal.
Der Gesetzgeber geht immer drastischer gegen Raucher vor. Daher geben immer mehr ihr Genusshobby auf. Das ist vor allem gesundheiltich gesehen eine gute Entscheidung. So befinden sich im Zigarettenrauch neben dem Suchtstoff Nikotin rund 4800 chemische Substanzen, von denen mehr als 70 Krebs erregend sind oder im Verdacht stehen, es zu sein. Darunter zählen Teerstoffe, Chrom, Benzol, Arsen, Blei und das radioaktive Pollonium. Kohlenmonoxid, Blausäure, Stickoxide und Dioxin sind zudem hochtoxisch.
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