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Brake. Er spielte sie alle. Die großen Hits von damals und die Evergreens von heute. Genesis-Songs kommen nicht aus der Mode. Und wenn jene von Ray Wilson, dem ehemaligen Sänger der legendären Formation präsentiert wird, dann scheinen sie einen ganz besonderen Charme. Mit dem Berlin Symphony Ensemble schafft der schottische Musiker den Spagat zwischen Pop und Klassik. Wer von den rund 1.200 Besuchern in Brake glaubte, hier werden leise Töne angeschlagen, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Gitarrenlastig mit viel musikalischer Fläche und einer hämmernden Basedrum präsentierte sich die Gruppe und das Publikum honoriert es mit frenetischem Jubel.
„Jesus he knows me“, „Land of confusion“ und „I can´t dance” sind Hits aus der Genesis-Ära mit Sänger Phil Collins. Ray Wilson drückt den Songs seinen Stempel auf. Seine Stimme ist schroffer und die Musik passen sich an. Die früheren Werke unter Peter Gabriel stehen dem charismatischen Künstler gesanglich besser. Unschlagbar natürlich seine eigenen Erfolge mit Genesis wie „Congo“ und „Calling all stations“, mit denen er 1997 weltweit für Aufsehen sorgte. Damit endete damals die Genesis-Ära, doch die Fans blieben. Ray Wilson beharrt an diesem Konzertabend nicht nur auf Genesis-Hits sondern spielt auch den Phil Collins Klassiker „Another Day in Paradise“ und natürlich eigene aktuelle Stücke.
Im Grunge-Look rockt Ray Wilson auf der Bühne. Auf seinem T-Shirt steht „Grow your hair“ und nichts anderes hat er getan. Ein zynischer Spruch Richtung Phil Collins und seinem lichten Haar kann sich der Sänger nicht verkneifen. Zwischen den Songs erzählt er über die Lieder, macht Scherze und lobt das tolle Ambiente am Binnenhafen. Nach der Pause steigt Ray Wilson wieder auf die Bühne. 1.200 Kehlen begrüßen ihn mit einem „Moin! Moin!“ und dem Getute der angelegten Traditionsschiffe.
Nach zwei Stunden ist Schluss, doch das begeisterte Publikum lässt die Musiker nicht gehen. Als Zugabe ertönt Peter Gabriels „Solsbury Hill“. Danach immer noch kein Entkommen. „Inside“ rufen einige auf die Bühne. Fans wissen, das Ray Wilson vor seinem Einstieg bei Genesis mit der Indie- und Grunge-Band „Stiltskin“ im Jahre 1994 einen riesigen Erfolg hatte. Der Song „Inside“ ist der Bekannteste und Ray Wilson holt ihn wieder hervor. Zwar hob sich die Zugabe musikalisch aus dem Konzert hervor, gab dennoch den perfekten Abschluss.
Ray Wilson ist ein Profi, der weiß, dass seine Fans im fortgeschritteneren Alter sind. Daher sind Bodyguards und Ordner nicht nötig. Lässig steigt er nach dem Konzert von der Bühne und mischt sich unters Volk. Im Merchandising-Zelt gibt er in alle Ruhe Autogramme und lässt sich fotografieren. Für den Veranstalter Brake Event und die zahlreichen Helfer war allerdings die Arbeit noch lange nicht zu Ende. „Wir müssen gleich noch die ganze Bühne abbauen, damit am Sonnabendmorgen alles wieder für das Binnenhafenfest frei ist“, berichtet Mitorganisator Norbert Ostendorf.
Fotogalerie: Ray Wilson in Brake
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