Von der friesischen Landwehr bis zum JaboG-38

Jever. Der Jeverländische Altertums und Heimatverein mit seinem Heimatkundlichen Arbeitskreis lädt am Mittwoch, 10. September, um 19.30 Uhr zu einem ganz besonderen Vortrag ein. Im Graf-Anton-Günter Saal des Rathauses Jever wird Carsten-Friedrich Steufert vom Forsthaus Upjever über das Thema "Von der friesischen Landwehr zum JaboG-38" referieren. Dabei beginnt er im frühen Mittelalter, als direkt am ehemaligen Dorfwall Upjevers eine Schanze aufgeworfen worden ist, um eventuelle "Friedensstörer", die über den nahen friesischen Heerweg ins Land kamen, abwehren zu können. Die alte Landwehr, auf der ältesten Jeverlandkarte von 1550/51 eingezeichnet, wird ebenso beschrieben wie der Bau einer großen, mit Artillerie bestickten Schanze, für deren Bau Graf Johann VII, der "Deichbauer", verantwortlich war.

 

Der herausragenden Leistung von Frl. Maria, die um 1535 den Upjeverschen Wald begründete, folgt der erste Totalabtrieb auf großer Fläche durch die Franzosen in den napoleonischen Besatzungsjahren 1809 - 1812. Nach umfangreichen Aufforstungsmaßnahmen durch die waldliebenden Großherzöge von Oldenburg, zeigt der Bau des Flottenstützpunkts Wilhelmshaven seine Folgen. Der erste Weltkrieg bringt einen weiteren drastischen Einschnitt, der aber in den Nachkriegsjahren wieder ausgeglichen werden kann. Die Kriegsvorbereitungen unter der Nazidiktatur fordert vom Forst Upjever einen weiteren Tribut. Diesmal gehen große Flächen durch den Bau eines Flugplatzes verloren, der nach dem verlorenen Krieg von der damaligen englischen Besatzungsmacht l95l noch einmal erweitert wird. In den Jahren 1962 - 1978 hing die Diskussion um eine zweite Startbahn wie ein Damoklesschwert über dem Wald. Weitere Flächen mussten 1986 abgetreten werden und im Jahr 2008 / 2009 kann die Forderung nach einer drastischen Erweiterung der Einflugschneise nur durch ein großes Aufbegehren der Bevölkerung und politischer Entschlossenheit des Kreises verhindert werden.