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Stevia - 300 Mal süßer als Zucker Drucken
Geschrieben von: Jesco Heidenreich   
Mittwoch, den 30. November 2011 um 10:13 Uhr

stevia_rebaudiana_leaves_dryRegion. Ein Süßstoff, der 300 Mal stärker ist als Zucker, dennoch aber keine Kalorien besitzt, könnte den Lebensmittelmarkt revolutionieren. Böse Zungen behaupten deswegen auch, dass das der Grund ist, warum jahrelang Stevia nur als Badezusatz oder Hautkosmetikmittel in deutschen Geschäften erworben werden konnte. Doch dieses hat nun ein Ende. Ab dem 2. Dezember ist das natürliche Süßungsmittel des Süßkrautes auch als Lebensmittel in der EU zugelassen.
Steviolglycosid oder auch E960 wird der Lebensmittelzusatzstoff wissenschaftlich genannt. Die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bereits vor einem Jahr nachgewiesen, dass Stevia keine Genotoxizität noch eine krebserregende Wirkung hat. Somit ist auch der deutsche Markt für den Wunderstoff geöffnet. Im Vorfeld kam Stevia in den Verdacht, krebseregend zu sein. Tests mit Tieren hatten gezeigt, dass bei Einnahme von hohen Mengen bösartige Tumore entstanden. Allerdings waren die Mengen derartig groß, dass sie für den Menschen in keinsterweise verträglich wären. Daher bestände keine Gefahr, so die EFSA.



Stevia hat viele Vorteile. Besonders für Menschen, die abnehmen und dabei nicht auf etwas Süße verzichten wollen, haben mit Stevia beste Chancen. Nicht nur, dass das neuartige Süßungsmittel keine Kalorien besitzt, auch wirkt es sich nicht auf den Blutzuckerspiegel und den Insulinhaushalt aus. Somit werden Heißhungerattacken vermieden.

Nicht nur den Tee oder Kaffee kann Stevia süßen, auch ist das Kochen und Backen mit dem natürlichen Süßungsstoff möglich. Allerdings müsse man genau auf die Mengen achten. Stevia ist sehr süß, bei weitem mehr als Zucker, und sollte in kleinen Mengen verwendet werden. Fünf Teelöffel Stevia-Granulat reichen für einen großen Kuchen aus. Leider unterstützt Stevia nicht so wie Zucker die Volumenbildung des Teiges.

Stevia wird in verschiedenen Formen angeboten. Das bereits erwähnte Granulat ist nur eine davon. Den Süßungstoff gibt es auch als Tropfen oder ganz natürlich als Pflanzenblatt, meist getrocknet. Jenes kann einfach in den Tee gelegt werden.

In Getränken hält Stevia massiven Einzug. Coca-Cola hat bereits weltweit über 30 Produkte mit Stevia im Angebot. Die „Fanta Still“, die 30 Prozent weniger Zucker hat, ist allerdings nur in Frankreich auf dem Markt. Nach der Zulassung aber zum unbedenklichen Lebensmittel werden mit Sicherheit auch jene Produkte in den deutschen Handel einziehen.

Den Ursprung hat das Süßkraut, aus dem der Stoff Stevia gewonnen wird, in Südamerika. Dort wird er bereits seit über 500 Jahren verwendet, unter anderem auch als Heilmittel. Jene Wirkungsweise konnte allerdings noch nicht nachgewiesen werden. Da hört das Wunder des Stoffes auf.

Doch die Eigenschaft, kalorienfrei etwas zu süßen, kannten hierzulande die Menschen nur mit künstlichen Süßungsmittel. Jene sind oft in der Kritik, dass sie einen nicht bei allen beliebten Nebengeschmack haben. Leider hinterlässt Stevia in einigen Produkten ebenso einen leicht metallischen Nachgeschmack.