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Geschrieben von: Jesco Heidenreich
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Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 10:21 Uhr |
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Oldenburg. Eigentlich liegt der 279 Seiten starke Oldenburger Sachsenspiegel sicher verschlossen in einem speziellen Tresor der Landesbibliothek Oldenburg. Eike von Repgow fertigte die Bilderhandschrift im Jahre 1336 an. Sie gilt als eines der wertvollsten Schriften aus dem Mittelalter. Nur selten wird der Oldenburger Sachsenspiegel aus seinem gesicherten und eigens für ihn angefertigten Zuhause herausgeholt. Jetzt hat aber jeder Interessierte die Möglichkeit, einen Blick auf ihn zu werfen – allerdings in digitaler Version.
Auf der Homepage http://digital.lb-oldenburg.de sind dafür sogar Details sichtbar, die sonst schwer zu erkennen sind. „Auf dem Bildschirm werden Details sichtbar, die in über 650 Jahren wohl kaum jemand gesehen hat“, ist Dr. Klaus-Peter Müller von der Landesbibliothek über den technischen Fortschritt begeistert. So könne der Besucher jede Nuance der Kolorierung, jeden feinen Riss in der Blattgoldauflage und selbst die Poren des Pergaments durch die Zoomfunktion erkennen. Dank der Arbeit des Fotografen Karl Perstling aus Bad Aussee, der zwei Tage lang mit modernster Technik den Sachsenspiegel digitalisierte, konnte eine Auflösung von 50 Millionen Pixel pro Seite erreicht werden.
Unterstützt hat das Vorhaben die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Eigentümerin der Bilderhandschrift, sowie die Projektförderung des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und die Europäische Union. Im Jahre 1992 wurde die geschichtlich bedeutende Schrift von der Sparkassenstiftung gekauft. „Uns ist es wichtig, dass solch ein Kulturgut möglichst gut erhalten bleibt, aber auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann“, erklärt Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Sparkassenstiftung.
„Ich bin mir sicher, dass durch die Digitalisierung sich sehr viele Menschen mit dem Sachsenspiegel auseinandersetzen werden – auch wissenschaftlich“, weiß Corinna Roeder, Leiterin der Landesbibliothek.
Das mittelalterliche Rechtsbuch, welches im Auftrag des Grafen Johann III. Von Oldenburg in mittelniederdeutscher Sprache verfasst wurde, zeigt auch beeindruckende farbliche Illustrationen. Der Oldenburger Sachsenspiegel wurde zahlreich abgeschrieben und in andere Schriften übernommen. Der Einfluss auf das Rechtssystem von Mittel- und Osteuropa war immens. Insbesondere die Bereich um das Landes- und Lehnrecht sowie erbrechtliche, nachbarschaftliche und strafrechtliche Sachverhalte sind darin enthalten.
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