• Font size:
  • Decrease
  • Reset
  • Increase

Weibliche Genitalverstümmelung/Beschneidung - ein sehr aktuelles und sensibles Problem in Deutschland

Brake. Rund 200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit sind laut WHO an ihrem Genitale verstümmelt. Jährlich kommen 2 bis 3 Millionen Mädchen hinzu. FGM ist längst nicht mehr nur ein Problem von 28 afrikanischen und einigen weiteren arabischen und asiatischen Ländern. Inzwischen leben geschätzt 50.000 Betroffene in der BRD, einige Tausend sind von Beschneidung bedroht. Die Dunkelziffer ist mutmaßlich hoch. Die große Anzahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge hat die Zahl der Betroffenen weiter erhöht, auch wenn FGM bei den meisten dieser Flüchtlinge nicht im Vordergrund steht. Es ist anzunehmen, dass auch aus Ländern, die im Allgemeinen nicht mit FGM in Zusammenhang gebracht werden, wie z.B. Syrien, ebenfalls Betroffene zu uns kommen (vor allem Kurdinnen). Daher ist eine transkulturell kompetente Schulung der Betreuenden von großer Bedeutung sowohl im Hinblick auf Versorgung wie auch bezüglich Prävention. Zugleich gehört die verständliche und präzise Information der zu uns Kommenden über die unverzichtbaren grundgesetzlichen und menschenrechtlichen Grundlagen unserer Gesellschaft in Deutschland von allem Anfang dazu. Frau Fatma Sayin, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht, konnte für einen einleitenden Vortrag gewonnen werden. Sie wird zum Thema „FGM – Weibliche Genitalverstümmelung/Beschneidung - ein sehr aktuelles und sensibles Problem in Deutschland“ am 27. September 2017, 14.30 bis 17.15 Uhr einen Vortrag halten.


Differenzierte Informationen über diese „schädliche traditionelle Praktik“, wie die WHO FGM bezeichnet, deren medizinische Folgeschäden, historisch-religiösen Ursprung und kulturelle Verwurzelung gehören zu den wichtigsten Aktivitäten, um schnellstmöglich zu einer Überwindung dieses grausamen Rituals zu kommen. Solche Informationen sind gleichermaßen wichtig für die „Anwender“ wie auch für das gesamte gesellschaftliche Umfeld.
Dazu gehören die Berufe des Gesundheitswesens genauso wie diejenigen des Erziehungsbereiches. Sensibel und ohne Diskriminierung erkennen zu lernen, ob sich bei einem kleinen Mädchen ein „Beschneidungsfest“ anbahnt, kann entscheidende Präventionshilfe darstellen. Aber selbst wenn schon etwas „passiert“ ist, lassen sich vielleicht noch jüngere Geschwister schützen. Hierzu ist es hilfreich, auch Aspekte aus juristisch-polizeilicher Sicht kennen zu lernen. Für alle involvierten Berufsgruppen sind vertiefte und differenzier(ende)te Kenntnisse über FGM ausschlaggebend, um sich angemessen verhalten zu können.

 

Jade-Weser-Zeitung.de

Folge uns auf

facebookFollow JWZeitung on Twitter

Style Sitting

Fonts

Layouts

Direction

Template Widths

px  %

px  %