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Eine Reise von Elsfleth bis zu den Bahamas

aal2Elsfleth. Aus den Wolken schüttete es eimerweise, das Thermometer kletterte nicht über drei Grad Celsius. „Norddeutsches Shietwedder eben“, schaut Detlef Meßjetz, Sportwart im Sportfischerverein Elsfleth mit skeptischen Blick in den grauen Himmel. Doch die hartgesottenen Angler ließen sich nicht davon abhalten ins Wasser zu gehen und insgesamt 11.000 Glasaale auszusetzen. „Das Wasser kommt dann eben von oben und von unten“, scherzt der erste Vorsitzende Sven Kahnke, der in regendichter Kleidung eine weiße Tonne voller tummeliger Glasaale langsam in den Liene-Kanal bei Elsfleth ausgießt. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die Glasaale sollen sich bei dieser Aktion nicht unnötig verletzen. Insgesamt 7.000 Tiere werden hier ausgesetzt.

aa1Die jungen Glasaale sind erst um die fünf Zentimeter lang und durchsichtig, was ihnen den Namen beschert. Danach geht es weiter zum Yachhafen Elsfleth-Lienen. An der Slipanlage werden weitere 4.000 Glasaale freigelassen. „Wichtig ist es, dass die jungen Aale in Gewässer gesetzt werden, in denen sie abwandern können“, erklärt Martin Heidenreich, zweiter Vorsitzender des Sportfischervereins Elsfleth. Der Yachthafen wie auch der Liene-Kanal sind mit der Weser verbunden. Von hier aus beginnt ihre Reise in die atlantische Sargassosee in der Nähe der Bahamas. Hier laichen und sterben die Tiere. Doch ihr Weg ist voller Gefahren. Nicht nur natürliche Räuber schätzen den Glassaal. Leider gilt er vor allem auch als Delikatesse in asiatischen Ländern, so dass an der französischen Atlantikküste immer wieder große Mengen illegal gefangen werden. Auch diese Glasaale, die in Elsfleth ausgesetzt wurden, stammen größtenteils von einer Beschlagnahmung des französischen Zolls. Somit sinken die Aalbestände weltweit.

aal3„In unserer Region sieht es auch nicht gut aus“, erklärt Klaus Bargmann vom Anglerverband Niedersachsen. Damit sich das ändert fördert das LAVES-Dezernat Binnenfischerei mit Landes- und EU-Mitteln auch in diesem Jahr wieder Aalbesatzmaßnahmen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Blankaalabwanderung aus niedersächsischen Flüssen zu erhöhen und eine kontinuierliche Erhöhung der Aalbesatzmengen zu erreichen. Blankaal nennt man Aale, die ein fortgeschrittenes Reifestadium erreicht haben. Die Aalbesatzförderung wird zentral vom Anglerverband Niedersachsen e.V. organisiert. Zahlreiche Vereine des Anglerverbandes sowie auch Pacht- und Besatzgemeinschaften nehmen an dieser Aktion im Frühjahr des Jahres teil. So auch der Sportfischerverein Elsfleth, der sich in diesem Jahr zum ersten Mal dafür angemeldet hat. Erfahrung haben die Vereinsmitglieder bereits mit dem Aussetzen von Zander, Hecht und Karpfen. Nun möchten die Angler, denen der Naturschutz ebenso am Herzen liegt, sich ebenso für die Aale einsetzen. Dafür nehmen sie es auch in Kauf, dass das Wetter an diesem Tag nicht ganz so mitspielt.

Jade-Weser-Zeitung.de

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